Grenzen untersuchen

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Grenzen hat Konjunktur. Dies hat nicht nur zahllose empirische Fallstudien zur Folge, ebenso eine dynamische Entwicklung von Konzepten und Methodologien. Dabei zu beobachten ist, dass bewährte Prämissen oft lediglich neu benannt werden und tatsächliche Innovationen noch ausstehen. C. Wille resümiert einige dieser Prämissen, die in den kulturwissenschaftlichen Border Studies etabliert sind.

mehr Info

Phantomgrenzen im Kontext grenzüberschreitender Wohnmigration

Mit ‚Phantomgrenzen’ wird das Zusammenspiel von durchlässigen nationalen Grenzen und fortbestehenden sozialen Grenzziehungen bezeichnet. Fünf Wissenschaftler haben dieses Phänomen anhand der Wohnmigration aus Luxemburg in den deutschen Grenzraum untersucht. Sie rekonstruieren den Zusammenhang zwischen Differenzmarkierungen und nationalen Grenzen im Zusammenleben von Zugezogenen und Einheimischen.

mehr Info

Grenze als Raum

Grenzen als Räume zu thematisieren liegt nahe, erweist sich die Linienmetapher doch rasch als Fiktion. Noch bis ins 18. Jh. waren Grenzen als (umkämpfte) Übergangszonen konzipiert, erst mit dem Entstehen von Nationalstaaten etablierte sich die Vorstellung der Grenze als Linie, ohne dass sie empirisch ihren zonalen Charakter eingebüßt hätte. Dies wird besonders in Grenzregionen einsichtig, wo Staatsgrenzen nicht auf ihre Differenzierungsfunktion reduziert werden können, sondern sich ausdehnen und in Kontaktzonen transformieren.

mehr Info

Grenzüberschreitende Alltagspraktiken

Im jüngsten Beitrag von Christian Wille werden die in der Großregion SaarLorLux am häufigsten grenzüberschreitend ausgeführten Alltagspraktiken untersucht. Dazu zählen das Einkaufen, Shoppen, Erholen, Besuchen von Veranstaltungen sowie von Freunden und Familie. Die Ergebnisse werden rückgebunden an die Überlegung, inwiefern Alltagsmobilitäten auf grenzüberschreitende Lebenswirklichkeiten hindeuten und konstitutiv sind für den grenzüberschreitenden Raum. Der Beitrag ist im August 2015 erschienen.

mehr Info

Border-Galerie

Nationale Grenzen sind in geographischen Karten als Linien eingezeichnet und bilden die politische Gliederung des Raums ab. Die linienhafte Darstellung dient aber lediglich der Anschauung, sind Grenzen doch Ensemble von Markierungen, die von Normierungen zusammengehalten werden. In der Border-Galerie werden materiale Spuren solcher Markierungen und Normierungen gesammelt und fortlaufend ergänzt.

mehr Info

Zur Figur des Grenzgängers

Wer sind die Grenzgänger? Diese Frage interessiert nicht nur, weil die Großregion heute außergewöhnlich viele Pendler zählt, ebenso scheint der Begriff in Mode gekommen zu sein. ‚Grenzgänger’ ist eine moderne Wortschöpfung, die auf sprachliche Vorläufer wie „Gehen über eine Grenze“ oder „Grenzgang“ zurückgeht. Zumeist werden nationalstaatliche Grenzen stillschweigend vorausgesetzt – der kollektive Sprachgebrauch zeichnet aber ein vielfältigeres Bild.

mehr Info

Rezension - Grenzen überwinden durch Kultur?

Mit dem Buch „Grenzen überwinden durch Kultur?“ legt Monika Sonntag einen bemerkenswerten Beitrag für die Identitätsforschung in Grenzregionen vor. Die Autorin nimmt einen weit gefassten Grenzbegriff zum Ausgangspunkt und untersucht das Zusammenspiel von territorialen und sozialen Differenzierungen in der grenzüberschreitenden kulturellen Kooperation. Christian Wille hat das Buch rezensiert und hält fest: eine beispielhafte Operationalisierung von Doing Identity.

mehr Info