Grenzgänger in der Großregion SaarLorLux
In der Großregion SaarLorLux überqueren täglich 200.000 Beschäftigte eine nationale Grenze auf dem Weg an ihren Arbeitsplatz. Neben der Schweiz sind diese Grenzgängerströme einzigartig in Europa. Während es Franzosen und Belgier sind, die im benachbarten Ausland arbeiten, machen auch immer mehr Deutsche den beruflichen Sprung über die Grenze. In der Großregion SaarLorLux sind dabei vor allem zwei Regionen von Bedeutung: Die Hauptentsenderegion Lothringen mit über 70.000 Auspendlern sowie Luxemburg, in dem fast drei Viertel aller Grenzgänger im Kooperationsraum beschäftigt sind. Aktuell (2009) stellen die 147.000 Grenzgänger im Großherzogtum 44 Prozent der Beschäftigten – 1980 lag ihr Anteil noch bei 9 Prozent. Dieser Entwicklung hat zu einer 'bunten' Arbeitswelt geführt, in der unterschiedliche Berufsausbildungen, Sprachen und Arbeitsstile aufeinander treffen. Was dies für Grenzgänger und ihren Arbeits- bzw. Lebensalltag bedeutet, ist u.a. Gegenstand meiner Dissertationsarbeit. In Zukunft ist von einem weiteren Anstieg der Grenzgängerzahlen auszugehen: Im Jahr 2055 werden aufgrund des anhaltenden Bedarfs der luxemburgischen Wirtschaft 300.000 Grenzgänger im Großherzogtum erwartet.