Was ist Raum?

Diese Frage kann selbst die Geographie nicht abschließend beantworten. Dennoch wird von einer Renaissance ‚des Raums’ gesprochen. So werden mit dem Begriff z.B. Erdraumausschnitte, Behältervorstellungen, Ordnungsstrukturen und Lagebeziehungen, soziale Konstellationen oder mentale Repräsentationen in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen beschrieben. Die Verwendungsweisen von ‚Raum’ lassen sich nach drei zentralen Begriffsdeutungen systematisieren.

Räume der Grenze

Die Denkfigur des Grenzgängers erfreut sich in der modernen Kulturwissenschaft großer Beliebtheit. Sie wird für die unterschiedlichen Spielarten der Verhandlung von kategorialen und/oder nationalen Grenzen bemüht, wobei Emergenz und Innovation im Zentrum stehen. Daran knüpft der Begriff "Räume der Grenze" (Wille 2012) als ein Modell der kulturwissenschaftlichen Raumforschung an.

Neue (Kultur)Geographie in Frankreich

Neben vielen anderen wissenschaftlichen Wendungen gibt es auch den „cultural turn“. Er hat sich in der deutschsprachigen Geographie heftig zu Wort gemeldet und mit der Neuen Kulturgeographie institutionalisiert. Doch wie sieht es in anderen Ländern aus? Dieser Frage gehen zwei Autorinnen am Beispiel Frankreichs nach.

Interdisziplinäre Grenzraumstudien

An der Universität Luxemburg untersuchen 35 Wissenschaftler aus neun Disziplinen Raum- und Identitätskonstruktionen als bzw. in Grenzräumen. Die Forschungsfragen des gemeinsamen Projekts beziehen sich auf Medienhandeln, auf Subjektpraktiken und die darin angelegten Politiken und Normierungen. Diese drei Momente von Raum- und Identitätskonstruktionen werden mit einem breiten Methodeninstrumentarium und im interdisziplinären Verbund bearbeitet.

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