Was ist Raum?
Diese Frage kann selbst die Raumwissenschaft – die Geographie – nicht abschließend beantworten. Dennoch wird von einer Renaissance ‚des Raums’ gesprochen. So werden mit dem Begriff z.B. Erdraumausschnitte, Behältervorstellungen, Ordnungsstrukturen und Lagebeziehungen, soziale Konstellationen oder mentale Repräsentationen in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen beschrieben. Diese und weitere Verwendungsweisen von ‚Raum’ sind oftmals miteinander verknüpft und lassen sich nach drei zentralen Begriffsdeutungen systematisieren.
Räume der Grenze
Die Denkfigur des Grenzgängers erfreut sich in der modernen Kulturwissenschaft großer Beliebtheit. Sie wird für die unterschiedlichen Spielarten der Verhandlung von kategorialen und/oder nationalen Grenzen bemüht, wobei Emergenz und Innovation im Zentrum stehen. Daran knüpft „Räume der Grenze“ als ein Modell der kulturwissenschaftlichen Raumforschung an.
Neue (Kultur)Geographie in Frankreich
Neben vielen anderen wissenschaftlichen Wendungen gibt es auch den „cultural turn“. Er hat sich in der deutschsprachigen Geographie heftig zu Wort gemeldet und mit der Neuen Kulturgeographie institutionalisiert. Doch wie sieht es in anderen Ländern aus? Dieser Frage gehen zwei Autorinnen am Beispiel Frankreichs nach.