Räume finden statt.

Unter ‚Regionalisierung’ wird das Tätigsein der Menschen verstanden, durch das sie die Welt auf sich beziehen. Damit verweist das Konzept weder auf eine bestimmte Region, noch auf andere räumliche Kategorien. Vielmehr geht es um die Welt-Aneignung bzw. um die Frage, wie die Welt in ihren räumlichen Bezügen gelebt wird.

Dies setzt ein Raumverständnis voraus, das die Hervorbringung räumlicher Verhältnisse in den Handlungen der Subjekte annimmt. Handeln findet demnach nicht in Räumen statt, sondern Räume finden durch Handeln statt. Damit rückt die soziale Praxis der Subjekte in den Blick und Raum wird zu einem begrifflichen Konzept.

Diese Perspektive wurde vor allem von Werlen entwickelt, der unterstreicht, dass es angesichts der Überkommenheit von räumlichen Containervorstellungen nicht darum gehen könne, Erklärungen für soziale Phänomene in Räumen zu liefern. Vielmehr ist das Handeln der Subjekte unter dem Aspekt der jeweils hervorgebrachten räumlichen Bezüge in den Blick zu nehmen. Oder in anderen Worten: Es geht um das Geographie-Machen der Subjekte.

Werlen unterscheidet zwischen drei Typen von Regionalisierung, bei denen es sich jeweils um unterschiedliche Kontexte der sozialen Welt handelt: Produktiv-konsumtive, normativ-politische und informativ-signifikative Regionalisierungen. In diesen lediglich analytisch zu trennenden Handlungszusammenhängen bringen Subjekte bzw. Institutionen räumliche Verhältnisse hervor, denen es nachzuspüren gilt.