Interkulturelle Interaktionsprozesse

Interkulturelle Interaktionsprozesse beschreiben Begegnungssituationen zwischen Angehörigen verschiedener kultureller Kontexte und die damit verbundenen Kommunikationsprozesse mit ihrer Dynamik, ihren Strukturen und ihren Verlaufsformen. Bei der Untersuchung von Interaktionen werden oftmals einerseits die Vertreter der beteiligten Kulturen betrachtet und andererseits die sich im Prozess entwickelnde und innovative Momente umfassende Interkultur. Mit der Analyse von Interaktionsprozessen sollen  Komplementaritäten und (potentielle) Problemfelder zwischen bestimmten Kulturen herausgearbeitet und kulturvergleichende sowie interkulturelle Perspektiven miteinander verknüpft werden.

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Interkulturelles Lernen

Wird davon ausgegangen, dass Lernen eine Veränderung im Erleben und Verhalten darstellt, die durch die Interaktion zwischen Individuum und Umwelt hervorgerufen wird, so bezieht sich interkulturelles Lernen auf den Austausch mit einer anderen Kultur. Jedoch ist unklar, was mit Interkulturellem Lernen, Interkultureller Bildung oder Interkultureller Erziehung gemeint ist, referieren die Begriffe doch sowohl auf den Lernprozess als auch auf das Lernergebnis. Das zentrale Lernziel „Interkulturelle Kompetenz“ ist auf der Ergebnisebene zu verorten. Jedoch ist umstritten, über welche Teilkompetenzen für die Lernzielerreichung verfügt werden muss bzw. ob Interkulturelle Kompetenz überhaupt ein eigenständiges Konzept darstellt.

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Interkulturelle Trainings

Eine Typologie von Trainings bzw. interkulturellen Trainings orientiert sich an bestimmten Kriterien. An dieser Stelle werden die Kriterien “Methodik”, “Didaktik”, “Lernzielbereiche” und “Ort des Trainings” zu Grunde gelegt. Die folgenden Klassifizierungen sind eine mögliche Systematisierung interkultureller Trainings. Sie basieren auf theoretischen Überlegungen und es ist nicht ausgeschlossen, dass Trainings durchgeführt werden, die sich als Mischformen der dieser Kriterien erweisen. Mischformen sind vor dem Hintergrund der Dreidimensionalität interkultureller Kompetenz, der Vielfältigkeit ihrer Teilkompetenzen sowie der Heterogenität der Trainingseilnehmer als durchaus wünschenswert zu erachten.

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Kulturtransfer

Prozesse des Kulturtransfers umfassen die Übertragung und Vermittlung von Artefakten zwischen kulturellen Systemen, die in drei strukturelle Komponenten unterschieden werden können: Selektionsprozesse, Vermittlungsprozesse und Rezeptionsprozesse. Anhand von Selektionsprozessen wird untersucht, welche Praktiken, Artefakte, Stile von einer Kultur in eine andere übertragen und inwiefern diese übernommen werden. Die Übernahme fremdkultureller Ausdrucksformen kann durch die Untersuchung der Werke eines Sprach- und Kulturraums ermittelt werden, die in eine andere Kultur übersetzt werden, durch die Untersuchung von kommunikativen, intellektuellen und ästhetischen Stilen sowie Ausdrucksformen, die in verschiedenen Kulturen praktiziert bzw. imitiert werden.

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Fremdwahrnehmung

Fremdwahrnehmungen beeinflussen eigene Reaktionsweisen auf Fremdes sowie die des Fremden. Dies führt zu Phänomenen wie Neugierde, Faszination, Wissensdrang oder aber Gleichgültigkeit und Ablehnung. In der interkulturellen Forschung sind folgende Unterscheidungen im Arbeitsfeld Fremdwahrnehmung zentral: a) Die Unterscheidung zwischen Auto- und Heterostereotypen, die in Interaktionssituationen die Funktion der Fremd- und Selbstwahrnehmung bzw. -thematisierung übernehmen. b) Die Unterscheidung von Selbst- und Fremdwahrnehmung, die eng miteinander verzahnt sind, stellt die Selbstwahrnehmung doch das Produkt von interpersonaler und interkultureller Kommunikation dar und ist somit auf Fremdverstehen zurückzuführen. c) Die Unterscheidung zwischen verschiedenen Formen der Fremdwahrnehmung, die als Stereotype / Cliché von kultureller Komplexitätsreduktion über ideologische Formen stereotyper Wahrnehmung wie etwa Vorurteil bis hin zu einer differenzierten Fremdwahrnehmung reichen.

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