2021

Wo und wie ereignen sich Grenzen? Diese Frage diskutieren die Autor*innen des gerade erschienenen Sammelbands mit 13 Texten rund um das Verhältnis von Flucht, Grenze und Integration. Die deutsch- und italienischsprachigen Beiträge berücksichtigen literatur- und kulturwissenschaftliche sowie räumlich-geographische Perspektiven. Der Band wurden von D. Heimböckel, N. Roelens und C. Wille (alle Universität Luxemburg) herausgegeben.

Der im Jahr 2020 erschienene Band “Border Experiences in Europe” (hrsg. von C. Wille und B. Nienaber) wurde in der jüngsten Ausgabe von „Borders in Globalization Review“ besprochen. Darin hält der kanadische Politikwissenschaftler E. Brunet-Jailly fest: „This book provides the reader with powerful and substantiated ideas and excellent case studies while opening new venues in cultural border studies.”

Räume der Grenze ist ein analytisches Angebot, das alltagskulturelle Enträumlichungen als grenzüberschreitende Verräumlichungen fasst. Das nun erstmals auf Französisch veröffentlichte Konzept beruht auf einem praxistheoretisch reformulierten Doing Space und verschneidet kultursoziologische mit sozialgeographischen Überlegungen. Es umfasst soziale Praktiken, praktisches Wissen sowie physisch-materiale und sozial-strukturelle Aspekte.

In dem erstmals auf Französisch erschienenen Beitrag stellen C. Wille und U. Connor einen Ansatz vor, der vom Mainstream der Kooperationsforschung abweicht. Sie betonen grenzüberschreitende Vollzugswirklichkeiten, entwickeln die Denkfigur der Praxisformation und führen methodologische Überlegungen. Abschließend geben sie einen Ausblick auf künftige praxissoziologische und multidisziplinär anschlussfähige Kooperationsforschung.