2021

Die UniGR-CBS-Forschungsgruppe “Bordertexturen” lädt am 18. Mai zum öffentlichen Online-Vortrag “Mehr-als-menschliche Bordertexturen” ein. Die Referentin von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Larissa Fleischmann, zeigt am Beispiel der Afrikanischen Schweinepest, wie Tiere und Viren als Grenzsubjekte untersucht werden können. Dafür arbeitet sie mit einem mehr-als-menschlichen Zugang zu Grenzen, der dem Konzept der Bordertexturen folgt.

Die Grenzforschung hat in den letzten Jahren eine Vielzahl an Ansätzen und Begriffen hervorgebracht. Das erste deutschsprachige Handbuch für Grenzforschung systematisiert das dynamische Arbeitsfeld und spiegelt den aktuellen Stand der theoretisch-konzeptionellen Debatten wider. Im Gespräch mit C. Wille berichten die Herausgeber*innen über das mehrjährige Buchprojekt.

Das Europanetzwerk Digital im Rahmen des Goethe Instituts lädt am 25. März zu einer Online-Podiumsdiskussion ein. Diskutiert werden Fragen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Großregion SaarLorLux mit Expert*innen aus Deutschland, Luxemburg und Belgien. Christian Wille vom UniGR-Center for Border Studies bezieht als Wissenschaftler Stellung zur Idee einer grenzüberschreitenden Identität (in) der Region.

Grenzen werden in der aktuellen Grenzforschung als komplexe Konstellationen verstanden. Diese werden im dreijährigen Projekt "Border Complexities" über verschiedene Ansätze und empirische Beispiele konzeptualisiert. Im Online-Workshop am 18./19. März diskutierten die Projektpartner und Gäste aus Luxemburg, Deutschland und Frankreich Logiken der Un/Ordnung von Border Complexities.

Sowohl im globalen Maßstab als auch im Schengen-Raum verdichten sich Vergrenzungsprozesse. Vor diesem Hintergrund geht die europäische Grenzraumforschung andere Wege als die interdisziplinäre Grenzforschung und bleibt der zunehmend geschwächten Leitidee eines Europa ohne Grenzen verhaftet. Vorgeschlagen wird daher eine Perspektivweitung der europäischen Grenzraumforschung, die Vergrenzungen auch an den EU-Binnengrenzen zu verstehen hilft.

Wo und wie ereignen sich Grenzen? Diese Frage diskutieren die Autor*innen des gerade erschienenen Sammelbands mit 13 Texten rund um das Verhältnis von Flucht, Grenze und Integration. Die deutsch- und italienischsprachigen Beiträge berücksichtigen literatur- und kulturwissenschaftliche sowie räumlich-geographische Perspektiven. Der Band wurden von D. Heimböckel, N. Roelens und C. Wille (alle Universität Luxemburg) herausgegeben.

Der im Jahr 2020 erschienene Band “Border Experiences in Europe” (hrsg. von C. Wille und B. Nienaber) wurde in der jüngsten Ausgabe von „Borders in Globalization Review“ besprochen. Darin hält der kanadische Politikwissenschaftler E. Brunet-Jailly fest: „This book provides the reader with powerful and substantiated ideas and excellent case studies while opening new venues in cultural border studies.”

Räume der Grenze ist ein analytisches Angebot, das alltagskulturelle Enträumlichungen als grenzüberschreitende Verräumlichungen fasst. Das nun erstmals auf Französisch veröffentlichte Konzept beruht auf einem praxistheoretisch reformulierten Doing Space und verschneidet kultursoziologische mit sozialgeographischen Überlegungen. Es umfasst soziale Praktiken, praktisches Wissen sowie physisch-materiale und sozial-strukturelle Aspekte.

In dem erstmals auf Französisch erschienenen Beitrag stellen C. Wille und U. Connor einen Ansatz vor, der vom Mainstream der Kooperationsforschung abweicht. Sie betonen grenzüberschreitende Vollzugswirklichkeiten, entwickeln die Denkfigur der Praxisformation und führen methodologische Überlegungen. Abschließend geben sie einen Ausblick auf künftige praxissoziologische und multidisziplinär anschlussfähige Kooperationsforschung.