Grenzüberschreitende Zusammenarbeit als Praxisformation
In dem erstmals auf Deutsch erschienenen Beitrag stellen C. Wille und U. Connor einen Ansatz vor, der vom Mainstream der Kooperationsforschung abweicht. Sie betonen grenzüberschreitende Vollzugswirklichkeiten, entwickeln die Denkfigur der Praxisformation und führen methodologische Überlegungen. Abschließend geben sie einen Ausblick auf künftige praxissoziologische und multidisziplinär anschlussfähige Kooperationsforschung.
In seiner jüngsten Veröffentlichung betrachtet C. Wille die am häufigsten grenzüberschreitend ausgeführten Alltagspraktiken in der Großregion SaarLorLux. Der erstmals auf Französisch veröffentlichte Beitrag stützt sich auf drei empirische Studien und daraus ausgewählte Befunde. Sie geben Aufschluss über die räumliche Organisation, Motive und andere Kontextfaktoren von alltäglichen Praktiken jenseits einer Grenze.
Der Call for Panels für die 6. Jahrestagung der Kulturwissenschaftlichen Gesellschaft (KWG) ist soeben erschienen. Die Veranstaltung findet vom 08.-10. Oktober 2020 in Frankfurt (Oder) statt und steht unter dem Rahmenthema “B/ordering Cultures: Alltag, Politik, Ästhetik”. Vorschläge für Panels in diesen Themenfeldern in Verbindung mit Fragen der Grenz- und Ordnungsforschung können bis zum 15. September 2019 eingereicht werden.
Am 26. Juni ist Markus Heide zu Gast in der interregionalen Vortragsreihe Atelier Bordertexturen. Der Amerikanist von der Universität Uppsala spricht in seinem Vortrag “Border Aesthetics: Visibility and Invisibility at the US-Mexico Divide” über das Zusammenspiel von Politiken und Ästhetik an der US-mexikanischen Grenze. Die Veranstaltung an der Uni des Saarlandes ist öffentlich und richtet sich an Studierende sowie Wissenschaftler der kulturwissenschaftlichen Grenzforschung.
Am 25. Juni ist C. Wille zu Gast an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. Im Seminar „Transnationale Migration und Soziale Arbeit in der SaarLorLux-Region“ steht er dort den Studierenden für ein Autorengespräch zur Verfügung. Gemeinsam diskutiert werden sollen ausgewählte Texte zum Grenzgängerwesen in Luxemburg und der Großregion. Das Seminar findet unter der Leitung von Elena Kreutzer statt und ist nicht öffentlich.
Am 18. Juni findet an der Uni des Saarlandes der Praxistag Border Studies statt. Er bereitet Studierende auf die Arbeitswelt in Grenzregionen vor und sensibilisiert für die erforderlichen Fähigkeiten im Beruf. Dafür berichten Berufstätige in zwei Podiumsdiskussionen über den grenzüberschreitenden Arbeitsalltag in den Bereichen „Medien & Kultur“ und „Regionalentwicklung & Kooperation“. Moderiert wird die Veranstaltung von C. Wille und A. M. Fellner.