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Vom 7. bis 9. September 2026 findet in Białystok (Polen) die internationale Konferenz „Borders and Borderlands – Back in the Spotlight“ statt. C. Wille hält dort einen Vortrag zur Dezentrierung der Grenze und zur Frage, was Grenzen überhaupt als Grenzen erkennbar und wirksam macht. Er diskutiert „borderness“ als spezifische Qualität von Grenzen, die nicht an territoriale Linien gebunden ist, und zeigt auf, wie sich Ver- und Entgrenzungen auch jenseits klassischer Grenzräume untersuchen lassen.

Grenzen sind längst mehr als Linien auf der Landkarte. Der neue Beitrag von C. Wille umreißt, wie die Grenzforschung sie zunehmend als dynamische Gefüge aus Praktiken, Diskursen, Technologien, Körpern und Erfahrungen versteht. Für diesen Wandel steht der composite shift. Er eröffnet neue Perspektiven darauf, wo und wie Grenzen heute entstehen, wirksam werden und untersucht werden können.

Grenzen erweisen sich zunehmend als komplexe relationale Gefüge, die sich nicht auf territoriale Linien reduzieren lassen. Der neu erschienene Sammelband entwickelt die Komplexitätsperspektive in der Grenzforschung durch interdisziplinäre Beiträge zu aktuellen Fragestellungen weiter. Herausgegeben wurde der Band von C. Wille gemeinsam mit international ausgewiesenen Grenzforscher:innen.

Grenzüberschreitende Arbeitsmärkte stehen vor wachsenden Fachkräfteengpässen. Welche Rolle spielen Qualifikationen dabei und wie werden sie definiert, anerkannt und genutzt? Das UniGR-CBS-Forum Großregion am 9. Juli diskutiert Perspektiven aus Luxemburg und der Schweiz und bringt Wissenschaft, Politik und Praxis zusammen. In Vorträgen und Diskussionsrunden werden Herausforderungen und Lösungsansätze für Grenzregionen beleuchtet.

C. Wille problematisiert in einer neuen Publikation die verbreitete Rede von Bordering und argumentiert, dass Grenzforschende dabei häufig aneinander vorbeireden. Er systematisiert das Feld und diskutiert die Pluralität von Bordering als epistemische Chance, deren Nutzung jedoch eine begriffliche Explizitmachung und Selbstverständigung voraussetzt. Das gerade erschienene UniGR-CBS-Working Paper leistet hierfür einen substanziellen Beitrag.

Wille, Christian / Gerst, Dominik (2026): Rethinking Complexity in Border Studies. Journal of Borderlands Studies (online first). mehr Info
Bretschneider/Grimm-Hamen/Wagner/Leutloff-Grandits/Wille (Hg.) (2026): Spatialities, Temporalities and Materialities of Border Complexities. Baden-Baden, Nomos. mehr Info
Wille (2025): Vom Schengen-Spirit zum Border-Spirit. Beobachtungen aus Sicht der Grenzforschung. In: Brodowski, D. / Dittel, J. / Weber, F. (Hg.): 40 Jahre Schengener Übereinkommen. Europa und seine inneren Grenzen. Baden-Baden, Nomos, 149-175. mehr Info
Fellner, Astrid M. / Wille, Christian (2025): Cultural Border Studies. In: Nesselhauf, Jonas / Weber, Florian (Hg.): Handbuch Kulturwissenschaftliche "Studies". Berlin, de Gruyter, 47-67. mehr Info
Wille, Christian (2024): Border Complexities. Outlines and Perspectives of a Complexity Shift in Border Studies. In: Wille/Leutloff-Grandits/Bretschneider/Grimm-Hamen/Wagner (Hg.): Border Complexities and Logics of Dis/Order. Baden-Baden, Nomos, 31-56. mehr Info
Wille, Christian (2021): Vom processual shift zum complexity shift: aktuelle analytische Trends der Grenzforschung. In: Gerst/Klessmann/Krämer (Hg.): Grenzforschung. Handbuch für Wissenschaft und Studium. Nomos, 106-120. mehr Info